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Bestattung

Worauf ist bei zeremoniellen Beerdigungen zu achten, welche Bestattungsformen sind in Deutschland erlaubt?

In Deutschland ist eine Bestattung nur auf Friedhöfen oder auf als Friedhof gewidmeten, eingefriedeten Grundstücken erlaubt. Die Ausnahme bildet Bremen. Hier ist seit 1990 das Verstreuen der Asche der Verstorbenen auf Privatgrundstücken und dafür ausgewiesenen Flächen gestattet. Zudem entstehen in Deutschland immer mehr Friedwälder, in denen der Verstorbene in Urnen bestattet wird. Kleine Plaketten an den Bäumen markieren hier die Begräbnisstätten. Auch die klassischen Friedhöfe öffnen sich zunehmend neuen Trends und Ideen. Offene. Dazu gehören Friedwaldähnliche Bereiche in denen die Gräber nicht mehr klar und symmetrisch voneinander getrennt sind, kommen immer mehr in Mode. Hier sind oft nur Urnengräber gestattet. Die maximale Ruhezeit der einzelnen Grabstätten ist in den Friedhofsatzungen der Städte und Gemeinden und Landesgesetzen festgelegt. In vielen Großstädten ist aus Platzmangel zudem eine zeitliche Grenze festgelegt, auf den meisten Friedhöfen kann die Nutzungsfrist von den Angehörigen immer noch verlängert werden.

Fristen der Bestattung

Die Bundesländer entscheiden in Deutschland über die Fristen zur Bestattung. Für alle Bestattungsordnungen gilt, dass vom Todeszeitpunkt bis zur Beerdigung mindestens 48 Stunden vergehen müssen. Dies bringt Muslime in Probleme, ihre Religion fordert eine Bestattung am Tag nach dem Tod. Die Bestattungsgesetze der Bundesländer regeln auch die Zeiten, an denen bestattet werden darf. Regelungen finden sich zudem im Strafgesetzbuch, im Bürgerlichen Gesetzbuch und dem Infektionsschutzgesetz.

Erdbestattungen

Bei der Erdbestattung wird der Leichnam in einem Sarg in der Erde begraben. Findet diese nach religiösen Riten statt, spricht man von einer Beerdigung. Sie ist etwa im Judentum, Christentum und Islam die gebotene Bestattungsform. Auf deutschen Friedhöfen gibt es eine Vielzahl von Bestattungsmöglichkeiten, darunter die Gruft (einem teilweise unterirdischen Gebäude, in dem die ganze Familie bestattet werden kann) oder das Familiengrab (auch hier können mehrere Mitglieder einer Familie bestattet werden). Gräber können bepflanzt werden, oder komplett mit einer Stein- oder Marmorplatte abgedeckt werden. Auf Grabsteinen, die es in unzähligen Größen, Formen und Materialien gibt oder Kreuzen wird der Name, das Geburts- und Todesdatum, manchmal auch ein Sinnspruch, kurzes Gebet oder ähnliche Texte angebracht, neuerdings werden oft auch Bilder der Verstorbenen angebracht. Auch Engel, Hinweis oder Symbole des Berufs, der gesellschaftlichen oder politischen Stellung finden sich auf vielen Gräbern.

  • Wahlgräber können freier gestaltet und länger gepachtet werden.
  • Reihengräber sind gleich große, wie der Name impliziert nebeneinander gelegene, der Reihe nach vergeben Grabstellen. 
  • Anonyme Gräber sind meist Gemeinschaftsgräber, die genaue Lage des Verstorbenen ist hier nicht ersichtlich, ein Gedenkstein oder Kreuz wird für alle hier Bestattete aufgestellt. Bestattet wird hier meist nicht in Anwesenheit von Angehörigen.
  • Ehrengräber werden von den Städten und Gemeinden für verdiente Bürger gestiftet.
  • Erbbegräbnisse nennt man die Grabstätten von Adelsgeschlechtern.
  • Ein Kenotaph ist ein symbolisches Grab, der Verstorbene ist hier nicht bestattet (etwa weil sein Leichnam nicht gefunden wurde), viele Kenotaphe an einem Ort werden Nekropole (Totenstadt) genannt.

Weitere Optionen sind Matrosengräber für Seeleute und Soldatenfriedhöfe für im Krieg gefallene Soldaten, zudem gibt es Ballonbestattungen und die Seebestattung

Urnengräber

Urnen können über und unter der Erde bestattet werden. Für anonyme Urnenbeisetzungen gibt es auf vielen Friedhöfen Rasenflächen. Oberirdisch kann etwa in einem Kolumbarium (auch Columbarium geschrieben) beigesetzt werden. Hier wird die Urne in einer nach der Beisetzung verschlossenen Wandnische bestattet. Kolumbarien sind in Italien sehr verbreitet und dort seit dem 1. Jahrhundert sehr verbreitet. Als Urnen dienten den alten Römern meist tönerne Aschentöpfe (Ollae). Damals noch oft unterirdisch in sogenannten Katakomben beigesetzt und von den frühen Christen als Zufluchts- und Versammlungsorte genutzt, werden in Italien heute meist die Außenmauern der Friedhöfe für die Urnenbestattung genutzt. In Deutschland wurden Urnengräber ab 1879 mit Einführung der Feuerbestattung angeboten. Seit den 1990er Jahren werden Urnenbestattungen wieder populärer.

Bestattungswald/Friedwald

Seit einigen Jahren werden auch in Deutschland mehr Friedwälder - auch Urnen-, Begräbnis-, Bestattungs- oder Ruheforst genannt - angelegt. Hier werden Urnen im Baumwurzelbereich beigesetzt, der Waldboden dafür mindestens 80 cm aufgegraben. Je nach Schutzstatus der Waldfläche sind Urnen aus Pappe, Holz, Bioplastik oder dauerhaftem Edelstahl gestattet. Der ruhige, friedliche Charakter des Waldes, die Einbettung in die Natur entspricht dem Wesen vieler Menschen. Waldbestattungen waren lange unter Nomadenvölkern verbreitet. In der Romantik kam die Mode auch nach Deutschland, viele Förster und Gutsbesitzer ließen sich in ihren Wäldern bestatten, etwa Heinrich Cotta und Ferdinand von Raesfeld. Der Baum, unter dem man begraben werden will, kann zu Lebzeiten reserviert werden. Neben Deutschland, Pionier Schweiz und Österreich gibt es Bestattungswälder auch in den Niederlanden und Tschechien. In manchen Regionen Europas, darunter Frankreich, Polen und Skandinavien ist diese Art der Bestattung nicht erlaubt.

Bestattungsriten

Die Zeiten in denen Bestattungen je nach Glaubensrichtung den immer gleichen Riten folgten sind vorbei. Heute finden nicht nur bunte Plakate, mit dem Beamer übertragene Fotoshows oder Videos sowie Musikstücke jeder Ausrichtung live oder vom Band gespielt Verwendung, auch leiten neben Priestern weltliche Trauerredner durch viele Trauerfeiern. Es darf geweint, gelacht, mitgesungen werden und das tut der Pietät keinen Abbruch sondern ist vielmehr Ausdruck der Einzigartig- und Besonderheit des Verstorbenen.

Melden Sie sich bei Mein easyleaving an und hinterlegen Sie Ihren Angehörigen und Freunden Ihre Wünsche bezüglich Ihrer Bestattung. Die werden schon jetzt mit Erleichterung aufnehmen, dass Sie bei der Wahl der Bestattungsriten, Grabstätte und Sarg Hilfe bekommen. Zudem können Sie mit Ihnen über Ihre Vorstellungen sprechen, nachdem sie auf Mein eaysleaving die Ihnen zugedachten Inhalte Ihres Profils gelesen haben.

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