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eaysyleaving hilft Ihnen bei Ihrer Beerdigungsplanung. Das macht schon deshalb Sinn, weil Sie so Ihren Angehörigen in einer schweren Zeit posthum zur Seite stehen. Wir haben Ihnen im Folgenden die wichtigsten Details zu Bestattung, Grabgestaltung, Trauertexte und Trauerfeier zusammengetragen. Beerdigungen werden in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich gesetzlich geregelt. Dieser Text zur Beerdigungsplanung samt Checkliste berücksichtigt die Regelungen von Sachsen-Anhalt.

Das Gesetz über das Leichen-, Bestattungs- und Friedhofswesen des Landes Sachsen-Anhalt (Bestattungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt - BestattG LSA) regelt alle Frage ums Sterben und Bestatten. Es trat 2002 in Kraft und wurde zuletzt 2011 geändert. Die Würde und Achtung vor den Verstorbenen fordert §1 und macht hierfür sittliche, weltanschauliche und religiöse Vorstellungen der Verstorbenen zur Richtschnur. In §2 wird unter anderem der Begriff der Leiche definiert und darunter auch Totgeburten und Fehlgeburten ab einem Gewicht von 500 Gramm gefasst.

Beerdigungsplanung: Leichenschau & Todesbescheinigung

Wie alle Ländergesetze gilt auch in Sachsen-Anhalt die Leichenschaupflicht (§3), zu der jede niedergelassene ärztliche Person verpflichtet ist. Auch Krankenhausärzte und Notärzte sind hierzu verpflichtet. Folgende Personen müssen die Leichenschau veranlassen (Die Reihenfolge ist auch die Priorität):

  • jede Person, in deren Beisein eine Person verstorben ist
  • jede Person, die eine Leiche auffindet.

Bei Totgeburten haben die Leichenschau in folgender Reihenfolge zu veranlassen:

  • Arzt, der bei der Geburt zugegen war
  • Hebamme oder Entbindungspfleger, die zugegen waren
  • jede andere Person, die zugegen war oder über das Totgeborene aus eigenem Wissen unterrichtet ist.

Besteht der Verdacht auf einen nichtnatürlichen Tod, so ist nach Abs. 4 die Polizei zu benachrichtigen. §5 bestimmt zudem, dass die Leichenschau an dem Ort, an dem der Tod eingetreten oder die Leiche aufgefunden worden ist, vorgenommen werden soll. Als Resultat der Leichenschau muss der Arzt nach §7 eine Todesbescheinigung ausstellen. Leichenschau und Ausstellung der Todesbescheinigung sind von denjenigen zu tragen, der auch für die Bestattung zu sorgen hat.

Beerdigungsplanung: Obduktion

Eine Leichenöffnung (Obduktion, innere Leichenschau) ist zur Aufklärung der Todesursache, vor bei Verdacht auf einen nichtnatürlichen Tod und anderen, insbesondere wissenschaftlichen Zwecken zulässig:

  • wenn es zur Verfolgung rechtlicher Interessen der Angehörigen, insbesondere zur Feststellung rentenrechtlicher oder versicherungsrechtlicher Leistungsansprüche, erforderlich ist und ein schriftlicher Auftrag dazu vorliegt.
  • wenn ein gewichtiges medizinisches Interesse diese rechtfertigt und entweder die verstorbene Person zu Lebzeiten schriftlich dazu eingewilligt hat, oder, falls diese keinen entgegenstehenden Willen geäußert hat, deren nächster Angehöriger schriftlich eingewilligt hat; der Angehörige kann seine Einwilligung auch mündlich erteilen; hierüber ist ein Protokoll anzufertigen.
  • wenn die verstorbene Person zu Lebzeiten schriftlich bestimmt hat, ihren Körper zu Forschungs- oder Demonstrationszwecken einer wissenschaftlich-medizinischen Einrichtung zu überlassen.

Beerdigungsplanung: Überführung (§10) und Leichentransport (§11)

Leichen sollen spätestens 36 Stunden nach dem Eintritt des Todes in eine Leichenhalle übergeführt werden. Diese Frist kann von der zuständigen Behörde auf Antrag verlängert werden. Für die Überführung haben der überlebende Ehegatte oder Eingetragene Lebenspartner, die volljährigen Kinder, die Eltern, die Großeltern, die volljährigen Geschwister und Enkelkinder der verstorbenen Person in dieser Reihenfolge zu sorgen.

Für die Überführung ins Ausland oder ein anderes Bundesland (wenn es nach den dort geltenden Rechtsvorschriften erforderlich ist) bedarf es eines Leichenpasses als Begleitdokument. Diesen stellt die zuständige Behörde aus. Auch für den Transport einer Leiche nach Sachsen-Anhalt ist ein Leichenpass oder ein gleichwertiges amtliches Dokument mitzuführen. Die Behörde kann auf Antrag auf das Begleitpapier auf Antrag verzichten. Bei Beförderung einer Leiche aus anderen Bundesländern nach Sachsen-Anhalt reicht die Vorlage einer Sterbeurkunde oder einer Todesbescheinigung.

Für den Transport von Urnen ist die Sterbeurkunde mitzuführen und es bedarf nach §12 zudem, dass am Bestimmungsort eine Beisetzungsmöglichkeit nachgewiesen werden kann.

Beerdigungsplanung: Bestattung

In Sachsen-Anhalt gilt nach §14 die Bestattungspflicht. Jede Leiche muss in der Mindestruhezeit bestattet werden/bleiben. §15 bestimmt dazu, dass Leichen in Särgen und Asche in Urnen auf Friedhöfen bestattet werden müssen. Dazu muss der Friedhofsverwaltung eine Sterbeurkunde vorgelegt werden. Auf Wunsch eines Elternteils darf auch ein Fehlgeborenes oder eine Leibesfrucht aus einem Schwangerschaftsabbruch bestattet werden.

Beerdigungsplanung: Bestattungsarten (§16)

Bei der Wahl von Ort, Art und Durchführung der Bestattung ist der Wille der verstorbenen Person maßgebend, soweit damit keine Gesetze verletzt werden. Leichen dürfen nach §17 frühestens 48 Stunden nach Eintritt des Todes bestattet bzw. eingeäschert werden und sollen spätestens zehn Tage nach Eintritt des Todes erdbestattet sein oder bei einer Beförderung in das Gebiet einer anderen Gemeinde auf den Weg gebracht werden.

Diese Fristen gelten nicht, wenn eine Leichenöffnung (Obduktion) durchgeführt wurde. In diesem Fall bestimmt die zuständige Behörde die Bestattungsfrist. Urnen sind innerhalb eines Monats nach der Einäscherung beizusetzen.

In Sachsen-Anhalt werden die Ruhezeiten in der jeweiligen Friedhofsordnungen bestimmt und können voneinander abweichen. Dabei ist die Freiheit der Religionsausübung (nach Artikel 4 des Grundgesetzes und Artikel 9 der Verfassung des Landes Sachsen-Anhalt), die Verwesungsdauer der Leichen und der Wunsch der Angehörigen nach Verlängerung der Ruhezeit zu berücksichtigen. Als Mindestruhezeit legt das Bundesland fest:

  • für Leichen von Kindern, die vor Vollendung des 10. Lebensjahres gestorben sind, mindestens zehn Jahre
  • im Übrigen mindestens 15 Jahre

Beerdigungsplanung: Bestattung

  1. Erdbestattung
  2. Feuerbestattung (Urnenbestattung mit Grab, Wasserbestattung, Friedwald etc.)
  3. Naturbestattung (Baumbestattung/Friedwald, Felsbestattung, Almwiesenbestattung etc.) nur in Urne aus leicht verrottbarem Material
  4. Seebestattung (Asche wird auf See beigesetzt)
  5. Diamantbestattung (Asche wird nach Kremierung in einen Diamanten gepresst)
  6. Plastination
  7. Körperspende
  8. Kryonik (Einfrieren des Körpers)
  9. Weltraumbestattung
  10. Muslimische Bestattung
  11. Sonstige Bestattungen (etwa Anonyme Erd- oder Feuerbestattung)

Worin bestatten

  1. Sarg
  2. Urne
  3. Leichentuch (zulässig, wenn dies die Religion des Verstorbenen fordert)

Beerdigungsplanung: Bestattungskosten

Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Bestattung zu finanzieren. Neben Ansparversicherungen können die notwendigen Mittel auch hinterlegt oder die Kosten den Hinterbliebenen überlassen werden. Für was Sie sich entscheiden, hängt sicher auch mit Ihrer Familientradition und Ihrer finanziellen Situation zusammen.

  1. Versicherung
  2. Auf Konto hinterlegen
  3. Durch Erben
  4. Durch Familie
  5. Durch soziale Träger

Beerdigungsplanung: Bestattungskosten en détail

  1. Bestatterleistungen: Überführung
  2. Bestatterleistungen: Sarg/Urne
  3. Bestatterleistungen: Totenbekleidung, Ankleiden und Einsargung
  4. Bestatterleistungen: Allgemeine Verwaltung
  5. Bestatterleistungen: Aufbahrung
  6. Fremdleistungen: Leichenschau/Totenschein
  7. Fremdleistungen: Sterbeurkunde
  8. Fremdleistungen: Krematorium (bei Feuerbestattung)
  9. Fremdleistungen: Traueranzeige
  10. Fremdleistungen: Kranz
  11. Fremdleistungen: Trauerredner
  12. Fremdleistungen: Orgelspiel, Musiker
  13. Fremdleistungen: Kaffeetisch oder Leichenschmaus
  14. Friedhofsgebühr: Beisetzungsgebühren
  15. Friedhofsgebühr: Grabnutzungsgebühren
  16. Friedhofsgebühr: Nutzung Trauerhalle
  17. Nach Beerdigung: Dauergrabpflege
  18. Nach Beerdigung: Friedhofsgebühren
  19. Nach Beerdigung: Grabstein/Gedenktafel

Beerdigungsplanung: Trauerfeier

  1. Klassische, kirchliche Trauerfeier
  2. Trauerfeier mit Motiv
  3. Formlose Bestattung
  4. Auswahl Bestatter
  5. Auswahl Gärtnerei/Blumenschmuck
  6. Ablauf der Bestattung
  7. Einladungen
  8. Formulierung Traueranzeige
  9. Drehbuch für Trauerfeier inkl. Dresscode, Redner, Medien (Video/Audio etc.)
  10. Leichenschmaus oder Kaffee

Beerdigungsplanung: Nach der Bestattung

  1. Danksagungskarte (Antwort auf Kondolenzschreiben)
  2. Bestellung von Grabstein oder Gedenktafel
  3. Information und Kündigung von Versicherungen, Mietobjekten, Bankkonten, Mitgliedschaften
  4. Auflösung Wohnung

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