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Lassen Sie Ihre Verwandten mit Ihrer Bestattungsplanung nicht allein. eaysyleaving hilft Ihnen bei der Planung. Das macht Sinn, weil Sie so Ihren Angehörigen in einer schweren Zeit zur Seite stehen. Wir haben Ihnen im Folgenden die wichtigsten Details zu Bestattung, Grabgestaltung, Trauertexte und Trauerfeier zusammengetragen. Beerdigungen werden in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich gesetzlich geregelt. Dieser Text samt Checkliste berücksichtigt die Regelungen des Saarlands.

Das Gesetz Nr. 1535 über das Friedhofs-, Bestattungs- und Leichenwesen (Bestattungsgesetz - BestattG) sowie die Rechtsverordnung zur Durchführung des Gesetzes über das Friedhofs-, Bestattungs- und Leichenwesen (Bestattungsverordnung) enthalten die wichtigen Informationen, in Bezug auf den gesetzlichen Rahmen im Saarland. Hinzu kommen die jeweiligen Friedhofsordnungen, die den gesetzlichen Rahmen ausgestalten. Das kleine Bundesland hat entsprechende Gesetze aus den Jahren 1934 (Gesetz über die Feuerbestattung), 1938 (Durchführungsverordnungen) und der Saarländische Polizeiverordnung über das Bestattungs- und Leichenwesen im Jahre 2003 grundlegend novelliert und im Jahr 2010 zuletzt überarbeitet.

Friedhofswesen

Friedhöfe sind nach §1 öffentliche Einrichtungen, die den Verstorbenen als Ruhestätte und der Bewahrung ihres Andenkens dienen. Friedhöfe sind nach dem Gesetzestext würdig anzulegen. Das Saarländische Gesetz ermöglicht in Abs. 2 explizit auch Friedwälder - wie in den anderen Bundesländern auch ausschließlich für Urnenbeisetzungen. Träger der Friedhöfe sind nach §2 Gemeinden und Religionsgemeinschaften, die Körperschaften des öffentlichen Rechts sind. Diese dürfen den Betrieb jedoch auch an Dritte vergeben. Die Ruhezeiten werden in §5 wie festgelegt. So müssen die Friedhöfe im Einvernehmen mit dem Gesundheitsamt Ruhezeiten festlegen, also wie lange Grabstätten nicht erneut belegt werden dürfen. Die Mindestruhezeit gilt auch für die Asche von Verstorbenen (Feierbestattung) und beträgt:

  • bei Kindern, die Vollendung des zweiten Lebensjahres gestorben sind 6 Jahre
  • bei Kindern, die vor Vollendung des zehnten Lebensjahres gestorben sind, 10 Jahre
  • bei alle anderen 15 Jahre

Private Friedhöfe

Im §6 gestattet das Saarland auch private Bestattungsplätze mit Genehmigung des Ministeriums für Gesundheit und Verbraucherschutz unter gewissen Voraussetzungen. Den Rang der Friedhofssatzung definiert §8. Satzungen bzw. Friedhofsordnungen bedürfen ebenfalls der Genehmigung durch das Ministerium für Gesundheit und Verbraucherschutz. Sie dürfen - müssen aber nicht - einen Passus enthalten, dass nur Grabsteine und Grabeinfassungen verwendet werden dürfen, die nachweislich aus fairem Handel stammen und ohne ausbeuterische Kinderarbeit im Sinne der ILO-Konvention 182 hergestellt sind.

Der zweite Teil des saarländischen Gesetzes beschäftigt sich mit dem Leichenwesen. Es fordert in §12, das die Würde des Menschen über den Tod hinaus geachtet werden muss und dies auch für Fehlgeburten gilt. Auch Totgeburten ab einem Gewicht von 500 Gramm gelten als Leichen. Für Verstorbene gilt eine Pflicht zur Leichenschau (§13). Diese muss von einem Arzt durchgeführt werden, um die Feststellung des Todes zu treffen, des Todeszeitpunkts, der Todesart und der Todesursache. Jeder niedergelassene Arzt ist verpflichtet die Leichenschau auf Verlangen der Verpflichteten (nach §14) vorzunehmen. Das sind:

  • die Ehefrau/der Ehemann, die Partnerin/der Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, die Partner einer auf Dauer angelegten nicht ehelichen Lebensgemeinschaft, die volljährigen Kinder, die Eltern, die Großeltern, die volljährigen Geschwister und volljährigen Enkelkinder des Verstorbenen (Angehörige)
  • diejenige/derjenige, in dessen Wohnung, Einrichtung oder auf dessen Grundstück der Sterbefall sich ereignet hat,
  • jede Person, die bei dem Tod zugegen war oder von dem Sterbefall aus eigenem Wissen unterrichtet ist.

Bei einer Totgeburt sind dies:

  • der Vater
  • die Hebamme/der Entbindungspfleger, die/der bei der Geburt zugegen war
  • jede andere Person, die dabei zugegen war oder von der Totgeburt aus eigenem Wissen unterrichtet ist

Sonderfälle - abweichend zu oben stehenden Verantwortlichkeiten ist verantwortlich für die Veranlassung der Leichenschau:

  • in Krankenhäusern und Entbindungsheimen der leitende Arzt
  • auf/in Beförderungsmitteln deren Führer
  • in Pflege- und Altenheimen, Erziehungs- und Gefangenenanstalten und ähnlichen Einrichtungen die der Leiter

Die Leichenschau soll den Eintritt des Todes ermitteln, Todeszeitpunkt, Todesursache und Todesart möglichst genau feststellen und dies in einer Todesbescheinigung schriftlich festzuhalten. Ergeben sich dabei Anhaltspunkte für einen nicht natürlichen Tod, muss die Polizei verständigt werden.

Ausstellung von Leichen

Nach §19 ist die öffentliche Ausstellung von Leichen nicht gestattet. Ausnahme ist unter Umständen (Kühlung) die Ausstellung in öffentlichen Leichenhallen bis zu 72 Stunden nach Eintritt des Todes. Särge dürfen bei der Bestattung selbst nicht geöffnet werden. Die Ortspolizeibehörde kann jedoch Ausnahmen zulassen. Gibt es in der Gemeinde eine Leichenhalle, dann muss der Leichnam binnen 36 Stunden nach Eintritt des Todes dorthin überführt werden. Die Ortspolizeibehörde kann jedoch auch hier Ausnahmen zulassen.

Gibt es Anhaltspunkte für einen nicht natürlichen Tod oder kann die Todesursache bei der Leichenschau nicht festgestellt werden, darf eine außergerichtliche Leichenöffnung (Obduktion, innere Leichenschau) vorgenommen werden, wenn ein Staatsanwaltschaft oder Amtsrichter der Leichenöffnung dieser zustimmt.

Konservierung von Leichen

Erdbestattete Leichen dürfen konserviert werden, wenn dies für den vorgesehenen Bestattungsort (§28 Abs. 1) zugelassen ist und diese innerhalb der Ruhezeit trotzdem zureichend verwesen sowie eine Todesbescheinigung vorliegt Eine Konservierung von Leichen, die feuerbestattet werden sollen, ist nicht zulässig. Ausnahmen gelten nur für anatomische und pathologische Institute.

Bestattung

Auch im Saarland gilt eine Bestattungspflicht (§25). Diese gilt auch für Totgeburten ab 500 Gramm. Totgeborenen sowie Fehlgeborene und Feten mit weniger Gewicht sowie aus Schwangerschaftsabbrüchen stammende Embryonen und Föten mit einem Gewicht von höchstens 1.000 Gramm dürfen auf Wunsch eines Elternteils beerdigt werden, wenn nicht der ausdrückliche Wunsch des anderen Elternteils dem entgegensteht.

Für die Bestattung zu sorgen haben volljährige Angehörigen in folgender Reihenfolge:

  • Ehefrau/der Ehemann
  • Partnerin/der Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft
  • Kinder
  • Eltern
  • Partnerin/der Partner einer auf Dauer angelegten nichtehelichen Lebensgemeinschaft nach §7 Absatz 3 Nummer 3 in Verbindung mit Absatz 3a des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch
  • Geschwister
  • Großeltern
  • Enkelkinder

Bestattungsarten

Leichen dürfen frühestens 48 Stunden nach Eintritt des Todes bestattet bzw. eingeäschert werden und sollen spätestens sieben Tage nach Eintritt des Todes erdbestattet sein oder bei einer Beförderung in das Gebiet einer anderen Gemeinde auf den Weg gebracht werden. Ausnahmen durch die Ortspolizeibehörde sind möglich. Die Art der Beerdigung richtet sich nach dem Willen des Verstorbenen. Ist dieser nicht bekannt, haben die geschäftsfähigen Angehörigen diese zu bestimmen.

  1. Erdbestattung
  2. Feuerbestattung (Urnenbestattung mit Grab, Wasserbestattung, Friedwald etc.)
  3. Naturbestattung (Baumbestattung/Friedwald, Felsbestattung, Almwiesenbestattung etc.) nur in Urne aus leicht verrottbarem Material
  4. Seebestattung (Asche wird auf See beigesetzt)
  5. Diamantbestattung (Asche wird nach Kremierung in einen Diamanten gepresst)
  6. Plastination
  7. Körperspende
  8. Kryonik (Einfrieren des Körpers)
  9. Weltraumbestattung
  10. Muslimische Bestattung
  11. Sonstige Bestattungen (etwa Anonyme Erd- oder Feuerbestattung)

Worin bestatten

  1. Sarg
  2. Urne
  3. Leichentuch (zulässig, wenn dies die Religion des Verstorbenen fordert)

Bestattungskosten

Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Bestattung zu finanzieren. Neben Ansparversicherungen können die notwendigen Mittel auch hinterlegt oder die Kosten den Hinterbliebenen überlassen werden. Für was Sie sich entscheiden, hängt sicher auch mit Ihrer Familientradition und Ihrer finanziellen Situation zusammen.

  1. Versicherung
  2. Auf Konto hinterlegen
  3. Durch Erben
  4. Durch Familie
  5. Durch soziale Träger

Bestattungskosten en détail

  1. Bestatterleistungen: Überführung
  2. Bestatterleistungen: Sarg/Urne
  3. Bestatterleistungen: Totenbekleidung, Ankleiden und Einsargung
  4. Bestatterleistungen: Allgemeine Verwaltung
  5. Bestatterleistungen: Aufbahrung
  6. Fremdleistungen: Leichenschau/Totenschein
  7. Fremdleistungen: Sterbeurkunde
  8. Fremdleistungen: Krematorium (bei Feuerbestattung)
  9. Fremdleistungen: Traueranzeige
  10. Fremdleistungen: Kranz
  11. Fremdleistungen: Trauerredner
  12. Fremdleistungen: Orgelspiel, Musiker
  13. Fremdleistungen: Kaffeetisch oder Leichenschmaus
  14. Friedhofsgebühr: Beisetzungsgebühren
  15. Friedhofsgebühr: Grabnutzungsgebühren
  16. Friedhofsgebühr: Nutzung Trauerhalle
  17. Nach Beerdigung: Dauergrabpflege
  18. Nach Beerdigung: Friedhofsgebühren
  19. Nach Beerdigung: Grabstein/Gedenktafel

Trauerfeier

  1. Klassische, kirchliche Trauerfeier
  2. Trauerfeier mit Motiv
  3. Formlose Bestattung
  4. Auswahl Bestatter
  5. Auswahl Gärtnerei/Blumenschmuck
  6. Ablauf der Bestattung
  7. Einladungen
  8. Formulierung Traueranzeige
  9. Drehbuch für Trauerfeier inkl. Dresscode, Redner, Medien (Video/Audio etc.)
  10. Leichenschmaus oder Kaffee

Nach der Bestattung

  1. Danksagungskarte (Antwort auf Kondolenzschreiben)
  2. Bestellung von Grabstein oder Gedenktafel
  3. Information und Kündigung von Versicherungen, Mietobjekten, Bankkonten, Mitgliedschaften
  4. Auflösung Wohnung

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