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Patienten­ver­fü­gung Formular

Das Patientenverfügung Formular hilft dabei, eine Patientenverfügung für gesundheitliche Extremsituationen zu erstellen.

In den letzten Jahren ist jedem klar geworden, dass eine Patientenverfügung für gesundheitliche Extremsituationen Klarheit schaffen kann. Der eine will alle medizinischen Möglichkeiten ausschöpfen, anderen bereitet genau diese Vorstellungen Alpträume. In diesem Dokument erklären wir Ihnen rechtliche und formale Voraussetzungen und helfen Ihnen mit einem Patientenverfügung Formular bei der Erstellung derselben.

Damit auf der Intensivstation die Selbstbestimmung nicht auf der Strecke bleibt, heißt es rechtzeitig eine Patientenverfügung aufzusetzen. Entweder man setzt auf ein Musterformular oder man verfasst sie selbst. Dabei ist jedoch einiges zu beachten, da die Verfügung der gesetzlichen Form genügen muss, soll sie im Krisenfall greifen.

Gesetzliche Definition

Die Patientenverfügung ist die schriftliche Vorausverfügung eines Menschen für den Fall, dass dieser seinen Willen nicht mehr selbst erklären kann. Sie bestimmt über medizinische Maßnahmen und ärztliche Heileingriffe und bezieht sich vor allem auf die Gestattung bzw. Verweigerung von lebensverlängernden Maßnahmen (Behandlungsverzicht). Sie wird in Deutschland 1999 vom Dritten Gesetz zur Änderung des Betreuungsrechts Gesetz und verankert die Patientenverfügung im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). Allerdings hat sie ihren Zweck nur teilweise erfüllt, trotz der Regelung bleibt den Ärzten sehr viel Entscheidungsfreiraum.

Der §1901a enthält die Legaldefinition der Patientenverfügung: "Hat ein einwilligungsfähiger Volljähriger für den Fall seiner Einwilligungsunfähigkeit schriftlich festgelegt, ob er in bestimmte, zum Zeitpunkt der Festlegung noch nicht unmittelbar bevorstehende Untersuchungen seines Gesundheitszustands, Heilbehandlungen oder ärztliche Eingriffe einwilligt oder sie untersagt (Patientenverfügung)"

Die Patientenverfügung bedarf nach der gängigen Rechtsinterpretation der Schriftform, was auch durch die Hinterlegung bei easyleaving möglich ist. Mündlich erklärte Patientenverfügungen müssen durch nahe Angehörige und sonstige Vertrauenspersonen des Patienten bestätigt werden, soweit das zeitlich möglich ist, denn Zeit ist in medizinischen Notfällen nicht immer verfügbar. Wer eine Verfügung verfasst muss einwilligungsfähig und volljährig sein.

Bestimmtheit

Formulieren Sie so konkret als möglich, damit die Verfügung bindend wirkt. Zu allgemein formulierte Bedingungen sind nicht angebracht. Neben dem Zustand, in dem Sie keine Lebenserhaltenden Maßnahmen mehr wünschen, muss auch eindeutig erklärt werden, wie zu verfahren ist.

Widerruf

Nach §1901a (Abs. 1) kann die Patientenverfügung jederzeit auch formlos und mündlich widerrufen werden. Es bedarf hierfür also nicht der Schriftform. Ob es für den Widerruf die Einwilligungsfähigkeit des Patienten bedarf, ist hingegen umstritten.

Vorsorgevollmacht

In einer Vorsorgevollmacht oder einer Betreuungsverfügung kann der Patient schließlich bestimmen, wer im Ernstfall für ihn Entscheidungen (in seinem Sinne) treffen darf. Das sind in der Regel nahe Verwandte, Ehe- oder Lebensabschnittpartner oder gute Freunde. Mit einer Vorsorgevollmacht wird ein Bevollmächtigter ermächtigt, den späteren Patienten in bestimmten Angelegenheiten zu vertreten. Dies muss sich nicht auf die Handlungen beschränken, die in einer Patientenverfügung benannt werden können. Der Bevollmächtigte ist kein gesetzlicher Betreuer. Die Bevollmächtigung kann aber die Bestellung eines professionellen Betreuers überflüssig machen.

Verbindlichkeit

Jede medizinische Behandlung bedarf der Einwilligung des Patienten, allerdings sind Ärzte auch dem hippokratischen Eid und ihrem Gewissen verpflichtet, was zu einem Konflikt führen kann. Dennoch gilt die Verbindlichkeit unabhängig von der Art oder dem Stadium der Erkrankung des Betreuten.

Eine Patientenverfügung ist bindend, wenn:

  • die Urteilsfähigkeit beim Erstellen der Patientenverfügung gegeben war
  • Festlegungen gerade für diejenige Lebens- und Behandlungssituation getroffen sind, die nun zu entscheiden ist
  • der Wille nicht auf ein Verhalten gerichtet ist, das einem gesetzlichen Verbot unterliegt
  • der Wille in der Behandlungssituation noch aktuell ist
  • die Patientenverfügung weder durch äußeren Druck oder wegen eines Irrtums zustande gekommen ist

Liegt keine Patientenverfügung vor, ist der mutmaßliche Wille des Patienten maßgebend. Wie die Angehörigen diesen beweisen können und ihnen geglaubt wird, ist ein anderer Punkt. Die Missachtung Ihres Patientenwillens kann im Extremfall als Körperverletzung ausgelegt werden. Hinterlegen Sie deshalb bei Mein easyleaving Ihren dezidierten Willen für den Fall, dass man Sie nicht mehr fragen kann.

Jetzt geht es los mit Ihrer Patientenverfügung Formular:

  • Name, Vorname
  • Geburtsdatum und -Ort
  • Wohnanschrift

Definieren Sie exemplarisch Situationen, für die die Verfügung gelten soll

  • wenn Sie unabwendbar im unmittelbaren Sterbeprozess sind
  • Sie im Endstadium einer unheilbaren, tödlich verlaufenden Krankheit sind, auch wenn der Todeszeitpunkt nicht absehbar ist
  • wenn eine Gehirnschädigung Ihre Fähigkeit, Einsichten zu gewinnen, Entscheidungen zu treffen und mit anderen in Kontakt zu treten, nach Meinung zweier Ärzte (können benannt werden) aller Wahrscheinlichkeit nach unwiederbringlich erloschen ist
  • wenn Sie infolge eines weit fortgeschrittenen Hirnabbauprozesses etwa in Folge einer Demenzerkrankung auch mit ausdauernder Hilfestellung nicht mehr in der Lage sind, Nahrung und Flüssigkeit auf natürliche Weise zu sich zu nehmen

Machen Sie Festlegungen zu Einleitung, Umfang oder Beendigung bestimmter ärztlicher Maßnahmen

In Bezug auf Lebenserhaltende Maßnahmen wünschen Sie, dass

  • dass alles medizinisch Mögliche getan wird, um Sie am Leben zu erhalten
  • zu lindern
  • Wünschen Sie, dass auch mithilfe von fremdem Gewebe und Organen Ihr Leben verlängert werden soll oder eben nicht

Entscheiden Sie, ob alle lebenserhaltenden Maßnahmen unterlassen werden. Hunger und Durst nur auf natürliche Weise gestillt werden sollen, gegebenenfalls mit Hilfe bei der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme. Sie können festlegen, ob Sie fachgerechte Pflege von Mund und Schleimhäuten sowie eine menschenwürdige Unterbringung, Zuwendung, Körperpflege und das Lindern von Schmerzen, Atemnot, Übelkeit, Angst, Unruhe und anderer belastender Symptome wünschen.

Definieren Sie zudem in Bezug auf Schmerz- und Symptombehandlung, ob sie

  • eine fachgerechte Schmerz- und Symptombehandlung wünschen oder nicht
  • bewusstseinsdämpfenden Mittel zur Schmerz- und Symptombehandlung wünschen oder nicht
  • wenn alle sonstigen medizinischen Möglichkeiten zur Schmerz- und Symptomkontrolle versagen, auch bewusstseinsdämpfende Mittel zur Beschwerdelinderung eingesetzt werden sollen
  • wollen Sie die unwahrscheinliche Möglichkeit einer ungewollten Verkürzung Ihrer Lebenszeit durch schmerz und symptomlindernde Maßnahmen in Kauf nehmen

Künstliche Ernährung

Wollen Sie:

  • künstlich ernährt werden oder nicht
  • künstliche Ernährung unabhängig von der Form der künstlichen Zuführung der Nahrung (etwa mit Magensonde durch Mund, Nase oder Bauchdecke, venösen Zugängen) oder wollen Sie das nicht

Künstliche Flüssigkeitszufuhr

Wollen Sie

  • künstliche Flüssigkeitszufuhr
  • Reduzierung künstlicher Flüssigkeitszufuhr nach ärztlichem Ermessen
  • Unterlassung jeglicher künstlicher Flüssigkeitszufuhr

Wiederbelebung

Wollen Sie:

  • in jedem Fall wiederbelebt werden
  • in keinem Fall wiederbelebt werden
  • dass der Notarzt nicht verständigt wird bzw. im Fall einer Hinzuziehung unverzüglich über Ihre Ablehnung von Wiederbelebungsmaßnahmen informiert wird

Künstliche Beatmung

Wollen Sie

  • eine künstliche Beatmung um Ihr Leben zu verlängern
  • keine künstliche Beatmung durchgeführt bzw. eine schon eingeleitete Beatmung eingestellt wird, aber Medikamente zur Linderung der Luftnot. Dabei nehmen Sie die Möglichkeit einer Bewusstseinsverminderung oder einer ungewollten Verkürzung Ihrer Lebenszeit durch diese Medikamente in Kauf

Dialyse

Wünschen Sie

  • eine künstliche Blutwäsche (Dialyse), falls dies mutmaßlich Ihr Leben verlängert
  • keine Dialyse

Antibiotika

Sie wünschen zur Behandlung

  • Antibiotika, falls dies Ihr Leben verlängert
  • Antibiotika nur zur Linderung Ihrer Beschwerden

Blut/Blutbestandteile

Wünschen Sie

  • Blut oder Blutbestandteile, falls dies Ihr Leben verlängert
  • Blut oder Blutbestandteile nur zur Linderung Ihrer Beschwerden

Ort der Behandlung

Sie wünschen zum Sterben

  • ins Krankenhaus verlegt werden
  • nach Hause
  • in einen Hospiz

Beistand

Schreiben Sie, wen Sie als Beistand benennen mit folgenden Angaben:

  • Name, Vorname
  • Adresse

Wollen Sie kirchlichen Beistand durch

  • Name, Vorname
  • Adresse

Verbindlichkeit, Auslegung, Durchsetzung, Widerruf

  • ich erwarte, dass der in meiner Patientenverfügung geäußerte Wille zu bestimmten ärztlichen und pflegerischen Maßnahmen von den behandelnden Ärzten und dem Behandlungsteam befolgt wird. Mein Vertreter – z. B. Bevollmächtigter/Betreuer - soll dafür Sorge tragen, dass mein Wille durchgesetzt wird
  • Ist der Arzt oder das Behandlungsteam nicht bereit, meinen hier geäußerten Willen zu befolgen, erwarte ich, dass für eine andere medizinische und/oder pflegerische Behandlung gesorgt wird. Von meiner Vertreter (Bevollmächtigter/Betreuer)
  • erwarte ich, dass er die weitere Behandlung so organisiert, dass meinem Willen entsprochen wird
  • In Situationen, die in dieser Patientenverfügung nicht oder nicht konkret geregelt sind, ist mein mutmaßlicher Wille möglichst im Konsens aller Beteiligten zu ermitteln. Dafür soll diese Patientenverfügung maßgeblich sein. Bei unterschiedlichen Meinungen über anzuwendende oder zu unterlassende ärztliche/pflegerische Maßnahmen soll der Auffassung folgender Person besondere Bedeutung zukommen:
  1. Name, Vorname
  2. mein Bevollmächtigter
  3. mein Betreuer
  4. mein behandelnder Arzt
  5. andere Person: Name, Vorname; Adresse

Wenn ich meine Patientenverfügung nicht widerrufe, wünsche ich nicht, dass mir in der konkreten Anwendungssituation eine Änderung meines Willens unterstellt wird. Wenn aber die behandelnden Ärzte mein Bevollmächtigter/Betreuer aufgrund meiner Gesten, Blicke oder anderer Äußerungen die Auffassung vertreten, dass ich entgegen den Festlegungen in meiner Patientenverfügung doch behandelt oder nicht behandelt werden möchte, dann ist möglichst im Konsens aller Beteiligten zu ermitteln, ob die Festlegungen in meiner Patientenverfügung noch meinem aktuellen Willen entsprechen. Bei unterschiedlichen Meinungen soll in diesen Fällen der Auffassung folgender Person besondere Bedeutung zukommen:

  • mein Bevollmächtigter
  • mein Betreuer
  • mein behandelnder Arzt
  • andere Person: Name, Vorname; Adresse

Weitere Vorsorgeverfügungen

zusätzlich zur Patientenverfügung habe ich eine Vorsorgevollmacht für Gesundheitsangelegenheiten erteilt und den Inhalt dieser Patientenverfügung mit der von mir bevollmächtigten Person besprochen:

  • Name, Vorname
  • Geburtsdatum
  • Geburtsort
  • Adresse
  • Telefonnummer
  • Email

Ich habe eine Betreuungsverfügung zur Wahl des Betreuers erstellt und den Inhalt dieser Patientenverfügung mit dem von mir gewünschten Betreuer besprochen.

Gewünschter Betreuer:

  • Name, Vorname
  • Geburtsdatum
  • Geburtsort
  • Adresse
  • Telefonnummer
  • Email

Hinweis auf Erläuterungen zur Patientenverfügung (anbei):

Als Interpretationshilfe meiner Patientenverfügung habe ich beigelegt:

  • Darstellung meiner Wertvorstellungen
  • Folgende Unterlagen, die ich für wichtig erachte: (diese auflisten)

Organspende

Ich stimme einer Entnahme meiner Organe nach meinem Tod zu Transplantationszwecken zu. (Weisen Sie hier auf einen Organspendeausweis hin, wenn Sie einen haben.) Komme ich nach ärztlicher Beurteilung bei einem sich abzeichnenden Hirntod als Organspender in Betracht und müssen dafür ärztliche Maßnahmen durchgeführt werden, die ich in meiner Patientenverfügung ausgeschlossen habe, dann

  • geht die von mir gesondert erklärte Bereitschaft zur Organspende vor
  • gehen die Bestimmungen in meiner Patientenverfügung vor
  • lehne ich eine Entnahme meiner Organe nach meinem Tod zu Transplantationszwecken ab

Schlussformel

Soweit ich bestimmte Behandlungen wünsche oder ablehne, verzichte ich ausdrücklich auf eine weitere ärztliche Aufklärung.

Schlussbemerkungen

  • mir ist die Möglichkeit der Änderung und des Widerrufs meiner Patientenverfügung bekannt
  • ich bin mir des Inhalts und der Konsequenzen meiner darin getroffenen Entscheidungen bewusst
  • ich habe die Patientenverfügung in eigener Verantwortung und ohne äußeren Druck erstellt
  • ich bin im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte

Information - Beratung

Ich habe mich vor der Erstellung dieser Patientenverfügung informiert bei/durch (Name der Institution/Person).

beraten lassen durch: (Name der Institution/Person).

Ärztliche Aufklärung/Bestätigung der Einwilligungsfähigkeit

Name, Vorname wurde von mir am (Datum) bzgl. der möglichen Folgen dieser Patientenverfügung aufgeklärt. Er/sie war in vollem Umfang einwilligungsfähig.

Ort, Datum                 Stempel & Unterschrift des Arztes

Aktualisierung

  • diese Patientenverfügung gilt bis zum Widerruf durch mich
  • diese Patientenverfügung soll nach Ablauf von (Zeitangabe) ihre Gültigkeit verlieren, es sei denn, dass ich sie durch meine Unterschrift erneut bekräftige

Um meinen in der Patientenverfügung niedergelegten Willen zu bekräftigen, bestätige ich diesen nachstehend:

in vollem Umfang

mit folgenden Änderungen:

Ort, Datum Unterschrift des/der Verfügenden

 

Das ausgefüllte Patientenverfügung Formular hinterlegen Sie am besten bei Mein easyleaving und machen es Ihren Vertrauenspersonen zugänglich. Damit ist sicher dafür gesorgt, dass die relevanten Personen immer Ihren aktuellen Willen dokumentiert finden.

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