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Plötzlicher Todesfall - Was passiert mit Ihren Online-Accounts?

Was sollen Ihre Angehörigen nach Ihrem Todesfall mit Ihren Online-Accounts machen?

Wie können diese Ihren Facebook Account löschen oder Ihren Instagram Account löschen, wie die Daten bei Pinterest oder den Account bei Xing löschen? Oder sollen Ihre Liebsten eines Ihrer Profile bei einem der Social-Media-Portale für das Gedenken an Sie weiter nutzen? Hier einige Tipps für Ihren unerwarteten Todesfall und die Organisation Ihres digitalen Nachlass.

Viele haben für den Fall der Fälle schlecht vorgesorgt. Onlineaccounts muss man dann mühsam löschen lassen, was wie Sie hier feststellen werden, nicht immer einfach ist. Besser und schneller geht es, wenn Sie die Zugangsdaten zu allen Online-Diensten bei Mein easyleaving Ihren Angehörigen hinterlegen und Ihnen hier auch mitteilen, wie Sie mit Ihren Profilen und Accounts vorgehen sollen. Etwa ob Sie einige Social-Media-Profile als Trauerplattform nutzen sollen/dürfen. Wichtig ist auch Ihnen mitzuteilen, für welche Dienste Sie Gebühren bezahlen, damit Ihre Angehörigen diese kündigen können.

Was passiert mit Ihrem Facebook-Account im Todesfall?

Viele User reagieren auf den Tod von Freunden, Bekannten oder Stars mit Posts auf deren Social-Media-Seiten bei Facebook. Doch was passiert mit Ihrem Profil nach Ihrem Todesfall? Ihre Angehörigen können entweder die Löschung des Accounts beantragen (https://www.facebook.com/help/contact/?id=228813257197480), dann werden alle Daten gelöscht. Oder Sie beantragen, den Account in den sogenannten Gedenkzustand zu versetzen (https://www.facebook.com/help/contact/?id=305593649477238). In diesem Fall bekommen alle auf Facebook mit Ihnen verbundenen Freunde eine Benachrichtigung. In diesem Status können sich Ihre Hinterbliebenen aber nicht mehr in Ihren Account einloggen, die Facebook-Seite wird also quasi eingefroren. Mit Ihnen verbundene Freunde und Familie können aber weiter Nachrichten posten.

Löst man die Freundschaft zu dem Verstorbenen einmal, kann man sie nicht mehr wiederherstellen. Im Gegensatz zu den USA erlaubt Facebook (noch) nicht die Einrichtung eines Nachlasskontaktes, der im Fall der Fälle den Account im Sinne des verstorbenen nutzen kann.

Google-Dienste

Für Ihre Google-Konten, dazu gehören etwa YouToube, Google+, Google Docs, Google Drive, Google AdWords, Google AdSense, Google Analytics, GMail, Google Play, Google PlayMusik, Google Allo, Google Duo, Chromecast, Google Fotos etc. können Sie selbst vorsorgen und zu Lebzeiten den sogenannten Kontoinaktivität-Manager (www.google.com/settings/account/inactive) aktivieren. Über diesen können Sie bestimmte Kontodaten teilen und den von Ihnen bestimmten Kontakt benachrichtigen lassen, wenn Sie Ihr Konto einige Zeit nicht verwendet haben. Der im Kontoinaktivität-Manager eingerichtete Vertraute Ihrer Wahl wird benachrichtigt, wenn Ihr Google-Konto in dem von Ihnen festgelegten Zeitraum inaktiv blieb. Ist dies der Fall schreibt Google dem Kontakt eine Email mit dem Text: "Max Mustermann (max.mustermann@gmail.com) hat Google angewiesen, Ihnen diese E-Mail automatisch zu senden, nachdem Max die Nutzung seines Kontos eingestellt hat. Mit freundlichen Grüßen Ihr Google Konten-Team".

Wenn Sie sich dafür entscheiden, auch Daten mit dem Kontakt Ihres Vertrauens zu teilen, enthält die E-Mail auch eine Auflistung der Daten, die Sie mit ihm teilen wollen, sowie einen Link zum Herunterladen dieser Daten.

Wenn Sie keine Anweisungen bezüglich der Verwaltung ihrer Onlinekonten hinterlassen haben, kann das Konto auf Antrag der Angehörigen laut Google: "in einigen Fällen in Abstimmung mit nahen Familienangehörigen und -vertretern auflösen. Unter bestimmten Umständen können wir auch Zugriff auf Inhalte im Konto eines verstorbenen Nutzers gewähren. In sämtlichen Fällen ist unsere hauptsächliche Verantwortung jedoch, die Daten der Nutzer zu schützen und vertraulich zu behandeln."

Es ist also besser, Sie legen einen Kontoinaktivität-Manager an oder sie hinterlegen einer Person Ihres Vertrauens Ihre Zugangsdaten. Denn sonst garantiert Google nur nach eigenem Gutdünken, wie es mit Ihren Konten seiner Dienste (etwa YouToube, Gmail etc.) umgeht.

Instagram

Instagram gehört zu Facebook, deshalb gilt was wir zu Facebook geschrieben haben. Der Account kann auf Antrag also in den Gedenkzustand versetzt werden. Legitimierte Familienangehörige können die Löschung des Accounts im Todesfall beantragen, Zugangsdaten werden Angehörigen aber auch hier nie ausgehändigt. Wenn Ihre Angehörigen den Account weiter pflegen sollen, müssen Sie Ihnen die Zugangsdaten also hinterlegen. Das können Sie bequem in Ihrem Mein easyleaving-Profil tun.

Twitter

Zunächst muss der Angehörige ein Datenschutz-Formular ausfüllen: https://support.twitter.com/forms/privacy. Danach nehmen Sie Kontakt zu Twitter auf und belegen den Tod Ihres Angehörigen. Laut Internetmeldungen kann es aber bis zu sechs Monaten dauern, bis Twitter das Profil tatsächlich löscht. Besser ist, Sie hinterlassen Ihren Angehörigen - etwa bei easyleaving - die Zugangsdaten. Dann können sich Ihre Hinterbliebenen einloggen, das Profil löschen oder mir der letzten Meldung Ihres Todes einfrieren.

XING

Xing stellt keine Tools für den Fall des Todes eines seiner Mitglieder zur Verfügung. Wenn es (Ohne Nachweis!) den Hinweis erhält, dass ein Xing-Mitglied gestorben ist, setzt es den Account inaktiv, so dass er für andere Mitglieder unsichtbar ist und löscht die Daten dann nach mehreren Monaten. Dem Missbrauch ist so also Tür und Tor geöffnet. Um Premium-Mitgliedschaften zu kündigen und bereits bezahlte Mitgliedsbeiträge erstattet zu bekommen, braucht es die Kopie der Sterbeurkunde oder ähnliche Nachweise des Todes. Nach Zusendung der Sterbeurkunde und Verifizierung des Antragsstellers wird das Profil gelöscht. Gruppenbeiträge des Mitglieds werden nicht gelöscht, damit andere Mitglieder den Gesprächsverlauf weiterhin nachvollziehen können. Allerdings wird der Name des Verstorbenen entfernt.

LinkedIn

Hat nur ein englischsprachiges Formular, das ohne gute Englischkenntnisse nicht leicht auszufüllen ist. Auf Antrag kann das Profil des Verstorbenen gelöscht werden. Sie finden die deutsche Erklärung hier (https://www.linkedin.com/help/linkedin/answer/6010/verstorbenes-linkedin-mitglied-profil-entfernen?lang=de) und das Formular mit dem Antrag das Profil des Verstorbenen Angehörigen zu löschen hier (https://www.linkedin.com/help/linkedin/ask/ts-rdmlp). Es will folgendes wissen:

  • Namen des Mitglieds
  • URL des Profils des Mitglieds auf LinkedIn
  • Verhältnis zum Mitglied
  • E-Mail-Adresse des Mitglieds
  • Todesdatum
  • Den Link zur Todesanzeige
  • Das Unternehmen, bei dem das Mitglied zuletzt gearbeitet hat
  • Linkedin verspricht nach einer Prüfung der Daten zu reagieren, wie schreibt der Business-Dienst jedoch nicht.

Pinterest

Pinterest scheint sich nicht viele Gedanken über den Umgang mit verwaisten Konten gemacht zu haben. Auf der Hilfeseite zum Thema "Account deaktivieren" wird immerhin beschrieben, wie Angehörige auf Antrag den Pinterest-Account im Todesfall löschen können. Sie müssen eine Email an care@pinterest.com schicken, die folgende Daten enthält:

  • Vor- und Nachname
  • Vor- und Nachname des Verstorbenen inkl. dessen bei Pinterest hinterlegte Emailadresse
  • Link zur Pinterest-Seite des Verstorbenen (ex:pinterest/Username)
  • Todesnachweis wie Kopie/Scan von Todesschein, Todesanzeige oder ähnliches
  • Nachweis der Verwandtschaftlichen Beziehung zum Verstorbenen

WhatsApp, Snapchat

Diese Dienste machen keine Angaben, wie Angehörige von Verstorbenen im Todesfall deren Accounts löschen lassen können. Haben Ihre Angehörige Zugang zu Ihrem Handy, dann können Sie in der jeweiligen App (WhatsApp etwa unter Einstellungen - Account - Meinen Account löschen) den Account löschen. Am besten Sie hinterlegen die Zugangsdaten in Ihrem Mein easyleaving-Profil.

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