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Riten der Christen: Sterben, Tod, Bestattung

Rund um den Tod und die Bestattung hat das Christentum in seiner zweitausendjährigen Geschichte viele Riten und Gebräuche ausgeprägt.

Viele Gepflogenheiten sind universell, viele andere werden nur national oder regional gepflegt. Wir haben einige rund um Sterben, Tod und Bestattung zusammen getragen. 

Krankensalbung/heilige Ölung

Zu den wichtigen Sakramenten im Leben eines Katholiken gehören neben der Taufe und der Kommunion auch die heilige Ölung, heute meist Krankensalbung genannt. Sie wird bereits im 5. Kapitel des Jakobusbriefes erwähnt. Das Sakrament der Heiligen Ölung wird in der römisch-katholischen Kirche, den altkatholischen und den orthodoxen Kirchen praktiziert.

Evangelisch-freikirchliche Gemeinden begreifen die Krankensalbung als Ältestendienst und berufen sich ebenfalls auf Jakobus 5. Bei den lutherischen, reformierten und unierten Kirchen wird sie ebenfalls praktiziert, gilt aber nicht als Sakrament.

Der aktuelle Ritus der Krankensalbung nach dem katholischen Ritus besteht aus:

  • Eröffnung (Gruß, Besprengung mit Weihwasser, Einführung, allgemeines Schuldbekenntnis mit Vergebungsbitte oder Beichte)
  • Wortgottesdienst (Lesung, Fürbitten)
  • Sakramentale Feier (Handauflegung, Weihe des Öls oder Dankgebet über das Öl, Salbung von Stirn und Händen, Gebet nach der Salbung)
  • Abschluss (Vater unser, Kommunion, Segen)

Sterben

Ist der Tod nahe, beginnen Gläubige im Haushalt mit Gebeten, etwa an die heilige Barbara oder den Erzengel. Das Sterbegebet ist meist ein Vaterunser. Als Sterbekerze wird oft die Tauf- oder Erstkommunionskerze genommen, gerne auch eine in Rom geweihte Kerze. Die Kerze hält der Sterbende in Händen oder wird von ihrem Licht angeleuchtet. Auch ein Sterbekreuz ist bei Christen üblich und symbolisiert die Verbundenheit zu Jesus Christus.

Nach Eintreten des Tod

Katholiken besprenkeln den Toten mit Weihwasser, die Sterbekerze brennt weiter. Sie zeichnen mit einem Finger ein Kreuz auf die Stirn des Toten. Danach wird ein Vater unser und das Glaubensbekenntnis gebetet. Auch an Patrone oder Heilige gerichtete Gebete sind üblich. Bei allen Christen ist es zudem üblich, Augen und Mund des Toten zu schließen, so soll die Seele besser zur Ruhe finden und nicht auf Erden herumgeistern. Im Ostblock und bei Sintis und Romas werden dem Toten Münzen auf die Augen gelegt.

Der Volksglaube ist heute nicht mehr sehr verbreitet, heute werden Augen und Mund aus Respekt vor dem Toten geschlossen.

Der Tote wird von einem nahen Verwandten gewaschen, rasiert, frisiert, angekleidet und aufgebahrt. Früher wurde das Hochzeitsgewand oder die Sonntagsstaat angelegt. Auf Schmuck wird - abgesehen von einem Rosenkranz oder einem Kreuz - in der Regel verzichtet. Auch der Ehering wird abgenommen, da jetzt nur noch der Bund mit Gott gilt. Bei Kleinkindern und Babys wird traditionell das Taufkleid angelegt. In ländlichen Regionen gab es früher Totenhemden. Diese sind heute nur noch wenig verbreitet. Da heute nur wenige Menschen Zuhause sterben, übernimmt meist der Bestatter diese Aufgaben.

Aufbahrung: Einige Angehörige lassen den Toten in den Leichenhallen aufbahren, andere verzichten auf eine Verabschiedung am offen, also sichtbar aufgebahrten Leichnam. Auch wird von den Angehörigen entschieden, ob der Tote vor der Beerdigung am offenen Sarg für eine letzte persönliche Verabschiedung aufgebahrt wird. Findet die Totenwache Zuhause statt, wird von Verwandten des gleichen Geschlechts die Totenwache abgehalten. Dabei wird allein oder in der Gruppe gebetet.

Totenansager: Ebenfalls von den nächsten Verwandten werden die anderen Angehörigen und die Gemeinde über den Tod informiert. Leichenbitter oder Leichenansager gibt es heute wohl kaum noch.

Sonstige Handlungen: Alle Spiegel im Haus des Verstorbenen werden verhängt. Auch dies kommt aus dem Volksglauben. Man glaubte früher bei dem traurigen Anlass sonst in die Höllenpforte zu blicken. Auch glaubte man, wer sich im Spiegel sehe würde der nächste sein, der dem Irdischen entsagen wird. Auch werden oft die Uhren angehalten, so wird der Todeszeitpunkt festgehalten und der Tod daran gehindert, weitere Opfer zu fordern.

Aus hygienischen Gründen werden die Fenster im Raum der aufgebahrten Leiche geöffnet. Dies soll auch das Austreten der Seele und ihren Weg in den Himmel erleichtern.

Bestattung

Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts konnten sich Verbliebene eigene Särge leisten, davor gab es in den Dörfern verzierte Totenbretter. Auf diesen wurde der Tote aufgebahrt und abgedeckt und so beerdigt. Heute sind neben traditionellen Särgen auch Urnen in vielen Varianten erhältlich. Für den Friedwald müssen diese biologisch abbaubar sein, also aus Pappe oder unbehandeltem Holz.

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