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Testament und Erbenbrief

Wem vermache ich mein Vermögen?

Und wenn, wie mache ich das? Sie haben zunächst mal zwei Optionen: Kein Testament oder Berliner Testament aufsetzen, dann gilt die gesetzliche Erbfolge. Oder Sie schreiben eines und zeigen Ihren Hinterbliebenen so, dass Sie an sie denken. Oft ist hierbei nicht der Wert entscheidend, als der Gedanke. Wir versuchen Ihnen im Folgenden hierbei etwas Hilfestellung zu geben. Natürlich können Sie mit Ihrem Mein easyleaving-Abonnement hier Ihr Testament rechtskonform hinterlegen. Melden Sie sich dazu bitte zunächst an. Übrigens: Haben Sie keinen Verwandten, Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartner und setzen trotzdem kein Testament auf, dann erbt der Staat alles. 

Gesetzliche Erbfolge

Die gesetzliche Erbfolge gilt immer dann, wenn kein gültiges Testament vorliegt. Es wird zunächst überprüft, ob es Verwandte der 1. Ordnung gibt, wenn ja, gehen die übrigen leer aus. Wenn nein, wird in der zweiten Ordnung nachgesehen usw. Innerhalb der jeweiligen Ordnung gilt dasselbe. Also gibt es Kinder, dann erben die Enkel nicht (Repräsentationsprinzip). Ehegatten oder eingetragene Lebenspartner erben mit den Verwandten der 1. Und 2. Ordnung (siehe auch Pflichtteil). Übrigens sind auch gezeugte, aber noch nicht geborene Verwandte (Nasciturus) erbberechtigt. Zu den leiblichen Verwandten zählen auch adoptierte Personen. Mit der Adoption erlischt das Verwandtschaftsverhältnis des Kindes übrigens zu seinen bisherigen Verwandten. Das Kind ist gegenüber seinen leiblichen Eltern also nicht mehr erbberechtigt. Nichteheliche Kinder, die nach dem 1. Juli 1949 geboren sind sehr wohl erbberechtigt.

  1. Ordnung:
    • Kinder/Adoptivkinder
    • Kindeskinder (Enkel, Urenkel etc.)
  2. Ordnung
    • Eltern
    • Geschwister
    • Abkömmliche (Kinder/Kindeskinder) der Geschwister
  3. Ordnung
    • Urgroßeltern
    • Abkömmliche (Kinder/Kindeskinder) der Urgroßeltern
  4. Ordnung
    • Urgroßeltern des Erblassers und deren Abkömmlinge (Urgroßvater, Urgroßmutter, Großonkel, Großtante usw.)
  5. Ordnung
    • Entferntere Voreltern des Erblassers und deren Abkömmlinge

Innerhalb der 1. Ordnung gilt das Stammesprinzip. Erben, die über denselben Verwandten mit dem Erblasser verwandt sind, bilden jeweils einen Stamm. Jedes Kind des Erblassers eröffnet also einen Stamm, jeder Stamm erbt zu gleichen Teilen. Alle Kinder Ihrer verstorbenen Schwester erben also so viel, wie Ihr Sohn, der keine Kinder hat und noch lebt.

In der 2. Und 3. Ordnung gilt das Erbrecht nach Linien. Ihr Erbe wird auf die beiden Elternteile des Erblassers zu gleichen Teilen aufgeteilt. Ab der 4. Ordnung erbt nur noch derjenige allein, der mit dem Erblasser am nächsten verwandt ist; mehrere gleich nah Verwandte erben in diesem Fall zu gleichen Teilen.

Ehegattenerbrecht

Ihr Ehegatte wird durch die Heirat zwar nicht Ihr Verwandter; durch die Heirat (oder eingetragene Partnerschaft) ist er/sie aber dennoch erbberechtigt. Ist bei Eintritt Ihres Todes jedoch ein Scheidungsantrag rechtsanhängig, erbt er nicht. Die Höhe des Pflichtteils des Ehegatten richtet sich bei einer Gütergemeinschaft nach

  • dem Personenkreis, der neben dem Ehegatten erbberechtigt ist
  • dem Güterstand, in dem die Eheleute zum Zeitpunkt des Erbfalles gelebt haben

Bereits vor der Testamentsvollstreckung steht Ihrem Ehegatten der eheliche Hausrat und die Hochzeitsgeschenke zu.

  • Gibt es gesetzliche Erben erster Ordnung, erbt der überlebende Ehegatte 1/4 des Nachlasses
  • Gibt es gesetzliche Erben zweiter Ordnung, erbt der überlebende Ehegatte 1/2 des Nachlasses

Gegenüber allen sonstigen Verwandten des Erblassers erbt der überlebende Ehegatte den gesamten Nachlass. Allerdings ändert eine Gütertrennung diese Verteilung. Haben Sie ein oder zwei erbberechtigte Kinder, wird das Erbe zwischen diesen und dem überlebenden Ehegatten zu gleichen Teilen aufgeteilt. Besteht zwischen Ihnen und ihrem Ehegatte eine Zugewinngemeinschaft, dann wird die Erbquote des überlebenden Ehegatten pauschal um 1/4 erhöht.

Gemeinnützig vererben

Wie Sie Ihr Vermögen oder einen Teil davon gemeinnützigen Organisationen überlassen können oder es einer (eigenen) Stiftung übertragen, behandeln wir in einem eigenen Artikel.

Zu Lebzeiten: Schenkung mit Vorbehalt

Wenn Sie ein größeres Vermögen haben, das im Erbfall Erbschaftssteuerpflichtig wäre, dann sollten Sie überlegen, schon zu Lebzeiten Teile Ihres Vermögens an Ihre Angehörigen und andere Personen, die Sie bedenken wollen, zu schenken. Sie können sich in dem Fall ein Nutzungs- und Verwertungsrecht (bei Immobilien etwa ein Nießbrauchsrecht) lebenslang einräumen lassen, damit Sie davon bis zu Ihrem Ableben weiter profitieren. Ihre Erben sparen mit solchen Schenkungen ordentlich Erbschaftssteuer. Was hierbei zu beachten ist, werden wir in einem eigenen Beitrag aufarbeiten.

Wie verfasse ich mein Testament?

Ein schlecht geschriebenes Testament wird leicht angefochten und führt zu Rechtsstreitigkeiten oder Ungerechtigkeiten zwischen Ihren Erben. Deshalb haben wir Ihnen hier einige Tipps zum Aufsetzen eines Testaments zusammen getragen:

Generell reicht es aus, ein Testament schriftlich aufzusetzen, es bedarf keines Notars. Sowohl das privatschriftliche als auch das notarielle Testament wird vom Gesetzgeber ausdrücklich zugelassen. Allerdings müssen Sie dieses von der ersten, bis zur letzten Zeile handschriftlich abfassen, denn nur so kann die Echtheit im Streitfall überprüft werden. Haben Sie eine schlechte Handschrift, können Sie eine gedruckte Leserabschrift anfügen. Sie müssen volljährig und geschäftsfähig sein, um ein rechtsgültiges privatschriftliches Testament abzufassen. Können Sie selbst nicht mehr schreiben - etwa durch eine Krankheit - müssen Sie doch einen Notar beauftragen. Folgende Elemente muss ein Testament enthalten:

  • eindeutige Überschrift, (Testament oder Letzter Wille)
  • eindeutige Angaben zum Erblasser und zu den Erben (Name, Vorname, Geburtsjahr und Ort am besten auch von den Erben)
  • Ort und Datum,
  • Unterschrift mit ausgeschriebenem Vor- und Familienname (ganz unten als letzets!)

Wenn Sie Ihr handschriftlich verfasstes Testament (auf demselben Blatt!) ändern oder ergänzen, dann müssen Sie dies wieder unterschreiben und mit Datum versehen, es gilt immer die letzte Fassung.

Ihr Testament kann aus einem einzigen Satz bestehen, wichtig ist aber, dass Ihr Wille eindeutig daraus klar hervorgeht und keine Interpretationen zulässt. Ein zweideutiges Testament erfreut nur die Juristen, die daraus Kapital ziehen können.

Beim sogenannten Berliner Testament, das den letzten Willen von Eheleuten oder eingetragenen Lebenspartnern darstellt, muss nur einer der beiden Partner den Text schreiben. Der andere Partner muss aber natürlich mit unterschreiben inkl. dem Datum der Unterschrift, dies gilt auch für alle Änderungen oder Ergänzungen.

Das Testament kann Zuhause verwahrt sein, Sie sollten aber Ihre Hinterbliebenen wissen lassen, wo Sie es aufbewahrt haben. Noch sicherer ist, einen Scan des Testaments bei Mein eaysyleaving zu hinterlegen und alle im Testament Bedachten mit Ihrem Mein easyleaving Profil zu verknüpfen, damit es nicht verloren geht und alle von ihrem Glück erfahren. Alternativ, wenn auch nicht kostenlos ist die Hinterlegung beim zuständigen Nachlassgericht möglich. Das ist meist das Amtsgericht Ihres Wohnorts, in Baden-Württemberg das Notariat Ihres letzten Wohnsitzes. Zudem können Sie Ihr Testament gegen eine Gebühr im Zentralen Testamentsregister registrieren lassen.

Bei größeren Vermögen, komplizierter Erben- und Familienkonstellationen kann sich die Investition in einen Notar dennoch lohnen. Wenn nicht verheiratete oder eingetragene Paare vererben wollen, ist dies unerlässlich. Denn handschriftliche Testamente dürfen nur Einzelpersonen, Ehepartner oder eingetragene Lebenspartnerschaften verfassen. Notarielle Testamente sind gedruckt (bis auf die Unterschrift) und werden vom Notar beim Nachlassgericht hinterlegt. Die Kosten richten sich nach der Höhe des Erbes. Jede Änderung führt erneut zu Kosten.

Erbenbrief

Das Testament bietet keinen Raum für Erklärungen, Hinweisen, Wünschen und Danksagungen an die Erben. Es sollte kühl, so kurz und knapp als möglich verfasst sein, hier hat die rechtlich nicht angreifbare Form Vorrang vor gefühlvollen Formulierungen. Zu diesen bietet der Erbenbrief Gelegenheit. In diesem können Sie Ihre Entscheidungen begründen und Ihre Motive offen legen. So etwa, wenn Sie Personen bedenken, von denen Ihre Angehörigen nicht wissen. Der Erbenbrief hat keine juristische Relevanz und deshalb auch keine vorgeschriebene Form. Es ist eine sehr persönliche Nachricht von Ihnen an Ihre Erben. Setzen Sie jetzt Testament und Erbenbrief auf und laden diese in Ihren Mein easyleaving-Account hoch.

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